Bereits 1970 wurde die Idee zum Bau eines Freibades geboren.
Der Sportplatz für den Vereins- und Schulsport lag an der Appeler Straße, genau zwischen der Appeler Str. und dem Kiefernweg. Für den Schulsport einfach zu weit entfernt von der Schule. Ein neuer in der Nähe der Schule mußte her. Die Vorstellungen und Planungen entwickelten sich dann zu einem Schulsportzentrum mit Freibad.
Der Alte Sportplatz, der im Eigentum der Gemeinde Hollenstedt stand, wurde durch Bebaungsplan in ein Wohngebiet umgewandelt, die Grundstücke verkauft und der finanzielle Grundstock für den Neubau war gegeben.
Für die neue Konzeption wurde der notwendige Grunderwerb getätigt und von der Architektengruppe Schweitzer, die seinerzeit auch die Schulen des Landkreises baute, wurde bereits in 1971 erstellt und von der Gemeinde genehmigt.
Im September 1971 wurde das Vorhaben auch den Vertretern der Zubringergemeinden der Hollenstedter Mittelpunktschule (damals ohne Moisburg und Drestedt) sowie den Vertretern der Schule und Sportvereine Hollenstedt, Wenzendorf und Holvede-Halvesbostel vorgestellt und von allen gebilligt.
Die Zubringergemeinden versagten auch ihre finanzielle Beteiligung nicht.
So wurde 1971 noch mit den umfangreichen Erdarbeiten begonnen.
Nach Gründung der Samtgemeinde Ende 1972 konnte bereits in der 2.Sitzung am 15.12.1972 ein einstimmiger Beschluß des SG-Rates herbeigeführt werden, das Sportzentrum in ihre Kompetenz zu übernehmen und das Vorhaben zügig fortzusetzen.
Die Gemeinde Hollenstedt versicherte, die Maßnahme vorab mit 400 TDM zu unterstützen.
Unter dem Vorsitz unseres ehrwürdigen Altbürgermeister Otto Thiele, der sich der Sache mit enormen Engagement verschrieben hatte, hat der Sportausschuß in vielen Sitzungen und Bereisungen immer wieder Verbesserungen in Teilplanungen und Ausführungen erreicht, so daß wir auch heute noch die damalige Konzeption als gelungen und gut bezeichnen können.
Erwähnenswert und heute fast undenkbar ist, daß alle damaligen Beschlüsse sowohl des zuständigen Ausschusses als auch des SG-Rates einstimmig waren.
So konnte im Mai 1975 das Hollenstedter Freibad eröffnet werden. Auch damals war das Wetter nicht besser als in den vergangenen Wochen. Die erste Panne, nämlich der Eintritt von Chlorgas in das Schwimmerbecken, dämpfte die Freude an der Einweihung ein wenig. Danach konnte alles nur besser werden. Dank der guten Leistungen unserer Schwimmeister, der erste war Günter Thorns, sind seitdem keine nennswerten Beeinträchtigungen mehr eingetreten Im Gegenteil, stets wurden gute Wasserqualitäten bestätigt.
Bis heute haben ca. 1,6 Mio Gäste unser Freibad besucht, das 1989 durch die großzügige Spende der 70m-Rutsche von unserem unvergeßlichenMax Schmeling noch attraktiver wurde.
Trotz der guten Besucherzahlen, die in diesem Jahr wegen des wechselhaften Wetters allerdings unterdurchschnittlich sein wird, war das Freibad immer ein Zuschußbetieb.
In der Vergangenheit, als die Haushaltsplanung noch relativ unproblematisch war, nahm man es klaglos hin. Doch wegen jetzt knapper Haushaltsmittel, hat man schon ernstlich über die Schließuing dieses Bades nachgedacht.
Das darf und muß nicht geschehen. Durch die Gründung des Fördervereins Freibad Hollenstedt und seine bisher schon erfolgreiche Arbeit konnten und werden noch erhebliche Kosteneinsparungen erreicht.
Wer für die Erhaltung dieses schönen Bades ist, sollte auch wissen, daß es nicht nur der Erholung und Freizeit dient, den Kindern und Jugendlichen Spaß an der Feude bedeutet, sondern im wesentlichen auch der Gesundheit dient. Schwimmen ist der gesundeste Sport, erhält die Beweglichkeit und fit bis ins hohe Alter. Unsere älteste Frühschwimmerin, unsere allen bekannte Frau Hanna Viek, zählt immerhin schon 87 Jahre.
Auch die vielen Bürgerinnen und Bürger unserer Samtgemeinde, die unser Freibad noch nie besuchten, sollten einmal über den Gesundheitswert des Schwimmens nachdenken.
Herbert Brockmann
Samtgeeindebürgermeister 1972-1996
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